Freie Kinder

„Freie Kinder zu schaffen, wird die vornehmste Aufgabe dieses Jahrhundert (20. Jhd.!) sein. Ihr Sklaventum ist schrecklich und schwer; es beginnt, noch ehe sie geboren werden, und endet damit, dass sie schließlich Erwachsene und Eltern, das heißt wieder Unterdrücker von neuen Kinder werden. Wie die Verhältnisse heute liegen, kann man ruhig sagen, das sowohl die guten wie die schlechten Schulen unrecht haben dem Kinde gegenüber. Sie verkennen das Kind überhaupt, sie gehen von einer falschen Voraussetzung aus, von der Voraussetzung des Erwachsenen, der sich dem Kind überlegen fühlt, statt zu erkennen, dass es Streben der größeren Menschen war, dem Kind in gewissen Augenblicken gleich und ebenbürtig zu sein.“

Rainer Maria Rilke aus: (Rilke, R. M.: Sämtliche Werke, herausgegeben von E. Zinn, Bd. 5: Worpswede-Rodin-Aufsätze. Frankf. a. M. 1965, S. 586f.)

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Lebendigkeit – Teil 1

Ein persönlicher Auszug aus dem letzten Newsletter im Rahmen des Projektes CaRabA:

“Im Zusammenleben mit meinem 5-jährigen Sohn wird mir immer wieder deutlich, wie sehr eben die jungen Menschen das verkörpern, was ich Lebendigkeit nennen möchte. Wie sehr sie dem Leben, dem Prozess verschrieben sind. Und wie sehr sie sich den Methoden, den Phrasen, den Konventionen verweigern – eben weil diese dem Leben widersprechen. Ganz schön anstrengend manchmal 🙂

Dieses Phänomen zu erforschen verbinde ich mit CaRabA. Gerade weil wir als Gesellschaft es irgendwie so schwierig damit haben, dem Leben Raum zu geben. So oft heißt es – manchmal auch unbewusst – der Einzelne muss sich eben den Strukturen, den Systemen, der Gemeinschaft unterordnen. Als wäre das die Basis, die alles zusammen hält.

Ich möchte in einer Welt leben, in der jeder einzelne Mensch die Basis ist. Menschen, die bei sich sind und von da aus in Beziehung gehen, nach Beziehung suchen. Und daraus entstehen dann Strukturen, Systeme, Gemeinschaften. Entscheidend ist der Ausgangspunkt: die in den Strukturen, Systemen und Gemeinschaften involvierten Menschen waren an deren Gestaltung beteiligt. Das scheint mir ein wesentlicher Paradigmenwechsel.

Als konsequenter Autodidakt habe ich mich jahrelang damit inhaltlich auseinandergesetzt und viele Experimente unternommen. Dabei scheint mir das, was Picasso so treffend beschreibt, wie die Basis dessen, was es zu erlernen gilt.

“Ich suche nicht – ich finde.
Suchen, das ist das Ausgehen von alten Beständen in ein Finden-Wollen von bereits bekanntem Neuen.
Finden, das ist das völlig Neue!
Das Neue auch in der Bewegung. Alle Wege sind offen und was gefunden wird, ist unbekannt. Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer.
Die Ungewissheit solcher Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen, die im Verborgenen sich geborgen wissen, die in die Ungewissheit, die Führerlosigkeit geführt werden, die sich im Dunkeln einem unsichtbaren Stern überlassen, die sich von Zielen ziehen lassen und nicht menschlich beschränkt und eingeengt das Ziel bestimmen.
Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis, für jedes neue Erlebnis im Außen und Innen: das ist das Wesenhafte des modernen Menschen, der in aller Angst des Loslassens doch die Gnade es Gehalten-Seins im Offenbarwerden neuer Möglichkeiten erfährt.”

Pablo Picasso

Welche Räume und Begleitung brauchen (junge) Menschen, um die Fähigkeit “des Gehalten-Seins im Offenbarwerden neuer Möglichkeiten” zu erlangen? Das scheint mir zutiefst zukunftsweisend.”

Fortsetzung folgt 🙂

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Video-Interview über meinen Weg

Hier ein kleines Film-Interview mit mir über meine Arbeit und meinen Weg.

Das Interview gibt es auch schriftlich hier: www.happyvisions.de/als-autodidakt-eigene-filmprojekte-umsetzen-interview-mit-joshua/?fbclid=IwAR3vtHhtxNm-o3eCY7RlvSJbkMmdFhlZzVn7To3cMTvhI8ORzbd9KkafKnQ

Auch selber hoffe ich, bald weitere Portraits für die Berufswege Reihe realisieren zu können: http://www.berufswege.com/

 

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Die Bildungsfrage und das Leben

Angefangen mit Yumendo begleitet mich die Bildungsfrage bis heute, mit Zwischenstationen wie z.B. dem HandlungsSpielRaum. Denn, wie wir jungen Menschen begegnen und wie wir die Räume gestalten in denen sie sich diese Welt vertraut machen – oder auch nicht – gehört für mich zum Wesentlichsten. Was es eigentlich bedeutet, Mensch zu sein und was wir mit „leben“ meinen, wird an dieser Stelle sehr deutlich.
Unweigerlich gehört die Bildungsfrage für mich zusammen mit einer Institutionskritik – die mich ebenfalls seit Yumendo begleitet – eben weil die Institution für mich immer das, was ich unter „leben“ und „Mensch sein“ verstehe, wenigstens behindert, in der Regel eher systematisch verhindert.

So war klar, dass Bertrand Stern und ich uns gut verstehen, als wir uns vor 5 Jahren kennenlernten. Auf seine Frage, ob ich nicht Lust hätte, einen Film über Bildungsvisionen zu machen, sagte ich damals leichtfertig „ja“.
Bertrand, der sich als Philosoph in Theorie und auch Praxis seit 50 Jahren, quasi sein ganzes Leben, mit Bildung und Instituationalisierung beschäftigt, war es ein Anliegen, der ausgeprägten Schulkritik mit etwas Visionärem zu begegnen. Da brauchte er mich gar nicht zu überzeugen: lebe ich doch schon immer intensiv mit Barkhoffs Aussage: „Die Angst vor einer Zukunft, die wir fürchten, können wir nur überwinden durch Bilder von einer Zukunft, die wir wollen.“.

Für mich ist es nicht überraschend, dass CaRabA das mit Abstand größte Projekt meines Lebens ist, wo es konsequent weiter führt, woran ich die 10 vorangegangenen Jahre gearbeitet habe und gleichzeitig alles das zusammenfasst und auf den Punkt bringt, was mir in meiner Arbeit ein Anliegen ist! Erlebnishaft, nicht argumentativ, etwas erfahrbar zu machen, was noch nicht ist, aber sein kann, weil es als Potential in jedem Menschen veranlagt ist – das ist mein Anliegen mit CaRabA. Und anschließend dazu ins Gespräch zu kommen, wie wir gemeinsam eine Welt gestalten können, in der dieses Potential nicht nur irgendeine Rolle spielt, sondern die entscheidende Gestaltungskraft überhaupt ist.

Deshalb habe ich mich auf den Wahnsinn dieses Projektes eingelassen: weil ich glaube und hoffe, dass Erfahrungsräume und das Gespräch darüber, was leben eigentlich sein kann, zu einer Zukunft beitragen die wir wollen. Welche Rahmenbedingungen braucht es, vor allem bei jungen Menschen, damit von Anfang an erlebbar wird, das leben kein abstraktes Konzept ist sondern die existenzielle Verbindung mit sich selbst und der Welt wie sie sein will und ist?
Wann hören wir endlich auf, jungen Menschen beibringen zu wollen, was leben ist? Sie wissen es am besten!

Alle Details zu dem Projekt CaRabA unter: www.caraba.de.

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Erfolg

“Wer aus geistigen Intentionen handelt, der darf nicht nach dem Erfolg fragen.”

Rudolf Steiner

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CaRabA kommt ins Kino

Endlich ist es soweit: nach über 5 Jahren Arbeit wird der Kinofilm CaRabA ab dem 9. Mai im Kino zu sehen sein! Auch die Vorbereitungen der DVD laufen auf Hochtouren.
Darüber freue ich mich sehr. War dies doch der Aufhänger, warum ich all die Arbeit gemacht habe: um ins Gespräch zu kommen und eine Grundsatzdiskussion anzustoßen zum Thema Bildung. So bin ich sehr gespannt, was entstehen wird und hoffe auf viele inspirierende und erhellende Begegnungen.
Weitere Details und Aktuelles auf der Filmwebsite: www.caraba.de.

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Unbezahlte Arbeit

“Und das ist, was eigentlich die Gesellschaft trägt. Es wird ja in unserer Gesellschaft viel mehr ehrenamtliche Tätigkeit geleistet – besonders im sozialen Bereich – als bezahlte Tätigkeit. Und warum können die das unbezahlt machen? Weil sie einen Sinn in der Arbeit sehen.”

Götz Werner, September 2016

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Mein Lebensweg im kurz kurz Abriss

Ich hatte die Ehre, mit Sophia im Gespräch ein bisschen was aus meinem Leben und meiner Auseinandersetzung mit Berufsorientierung zu erzählen: www.youtube.com/watch?v=Irno2tK9pi8

Es lohnt sich auch, Sophias Website im Blick zu behalten, weitere Interviews werden dort folgen: audact.co/

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Fragmente zur Existenzialität als Lebenskraft

Immer schon habe ich versucht mich in meinem Leben mit Menschen zu umgeben, für die das Leben auch etwas mit dem Tod zu tun hat – das Leben als existenzielle Angelegenheit – es geht hier um was.

Zwei Grundfragen oder Richtungen entstehen daraus, die dem Leben Sinn geben:
– alle Kräfte zu investieren – nicht zu sparen – nichts zurück zu halten – was man geben kann zu geben
– und, die Prioritäten richtig zu setzen – es geht ja nicht um mich und gleichzeitig um nichts anderes
Ich vermute, dass sich an diesen beiden Lebens-Gestaltungs-Fragen das Leben entscheidet. Am Ende werde ich mich fragen, ob ich alles gegeben habe (mit überschüssiger Energie aufzuhören macht ja nun wirklich keinen Sinn) und ob ich das ernst genommen und getan habe, was anstand.

Nur aus der Existenzialität entsteht die Entscheidungskraft, den Weg zu gehen, etwas von sich zu opfern – sich hinzugeben – um sich überhaupt erst in die Möglichkeit zu versetzen, sich selbst zu finden – sich selbst zu verwirklichen. In der Existenzialität liegt der Ausgangspunkt, eine Kraft zu entwickeln – Existenzialität als Lebenskraft.

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Über die Beweisbarkeit und Wahrscheinlichkeit

“Das Ich ist zerbrechlich. Es ist in jedem von uns nicht einmal etwas, was wir wirklichen besitzen, eine fest umrissene Anzahl von Fähigkeiten, auf die wir mit Stolz große Stücke halten könnten. Es ist wie ein Impuls, eine Art Schwung, ja höchstens wie eine Art Schwung.”
Jacques Lusseyran (“Gegen die Verschmutzung des Ich”)

“Nichts entzieht sich der Darstellung durch Worte so sehr und nichts ist doch notwendiger, den Menschen vor Augen zu stellen, als gewisse Dinge, deren Existenz weder beweisbar noch wahrscheinlich ist, welche aber eben dadurch, dass fromme und gewissenhafte Menschen sie gewissermaßen als seiende Dinge behandeln, dem Sein und der Möglichkeit des Geborenwerdens um einen Schritt näher geführt werden.”
Hermann Hesse (“Das Glasperlenspiel”)

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