Geld ist Beziehung

Nun ist es endlich soweit: die Einladung für eine weitere Tagung zum Thema “Geld” ist fertig! Die Tagung wird vom 16. – 18. Oktober 2015 in Berlin stattfinden.

Angefangen durch meine Mitarbeit beim “Jugendfonds” 2010 begann meine stärker reflektorische Auseinandersetzung mit dem Thema Geld. Vor allem durch die Mitarbeit seit 2012 bei der “Zukunftsstiftung Soziales Leben” entstand dann der Wunsch, die wichtige Auseinandersetzung mit dem Medium “Geld” selber und dem persönlichen Umgang damit, öffentlicher zu machen.
Irgendwie bestimmt das Geld ja wesentlich unser Leben, im Verhältnis dazu wird aber doch wenig drüber gesprochen. So hatte unsere erste Tagung letztes Jahr den Titel: “Über Geld spricht man nicht”.
Im Anschluss daran wurde dann mein Einkommens-Experiment endlich Realität und viele spannende Gespräche und Beziehungen sind seit dem entstanden. Auch meine Beziehung zum Geld hat sich intensiviert (nicht quantitativ sondern qualitativ).
So freue ich mich sehr darüber, dieses Jahr wieder mit vielen anderen Menschen zusammen die Frage nach dem eigenen Umgang mit Geld und dem, was Geld eigentlich ist oder sein kann, zu bewegen.
Dazu die herzliche Einladung! Die ausführliche Einladung gibt es hier: “geld_ist_beziehung“.

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Der archimedische Punkt?

Im Urlaub kam ich nun endlich dazu, das Buch “Das Geld der Zukunft” von Bernard Lietaer zu lesen – und auch wenigstens die Einleitung von “Ökonomie der Verbundenheit” von Charles Eisenstein. Dabei ist mir immer deutlich geworden, wie meine ganze Arbeit der letzten 10 Jahre ja eine Entwicklung ist, die eigentlich zwangsläufig auf die Geldfrage hinausläuft! Auch wenn dies für mich im Rückblick eigentlich so offensichtlich ist, brauchte es nun diesen Moment, der deutlich machte, dass das der rote Faden für die nächsten Jahre sein wird. Es scheint mir, dass sehr vieles der letzten Jahre die inhaltliche und praktische Vorbereitung war um nun der Geldfrage soweit gewachsen zu sein, sie genauer zu betrachten.

Entscheidend waren für mich die beiden folgenden Aussagen:

“In der europäischen und nordamerikanischen Geschichte der Neuzeit verteilten sich Macht und Einfluß in unterschiedlichem Verhältnis auf vier “Säulen” – den Staat, die Wirtschaft, die Wissenschaft und die Medien. Heute kontrolliert das Geld ganz offen und deutlicher als je zuvor alle vier Säulen.
(Bernard Lietaer in “Das Geld der Zukunft”, S. 199)

“Der eigentliche Preis, den wir für unser Geld bezahlen, ist, dass es das Denken darüber einengt, was möglich ist – Geld baut unserer Vorstellungskraft ein Gefängnis.
(Edgar Cahn, Erfinder der “Time Dollar”)

Und auch die folgende Geschichte will ich unbedingt teilen:

“Stellen Sie sich vor, ein Außerirdischer würde auf unserem Planeten landen. Für seine Landung hätte er sich ausgerechnet ein Armenviertel ausgesucht. Als erstes bekäme er heruntergekommene Häuser zu Gesicht, Menschen, die auf der Straße leben, hungrige Kinder, um die sich niemand kümmert, kranke Bäume, verschmutzte Flüsse, weitere ökologische Katastrophen und all die anderen Probleme, mit denen wir leben. Der Außerirdische würde entdecken, dass wir genau wissen, was man gegen die Probleme unternehmen kann. Er würde außerdem erkennen, dass viele Menschen gerne an der Beseitigung dieser Probleme arbeiten würden, einstweilen aber arbeitslos sind oder nur einen Teil ihrer Fähigkeiten nutzen. Schließlich würde der Außerirdische herausfinden, dass wir alle nur auf das Geld warten, das wir zur Lösung der Probleme brauchen. Jeder wartet auf das Geld.
Stellen Sie sich vor, der Außerirdische würde uns fragen, was denn dieses merkwürdige “Geld” sei, auf das wir scheinbar alle warten. Könnten Sie ihm, ohne eine Miene zu verziehen sagen, dass wir auf “eine Vereinbarung in einer Gemeinschaft warten, etwas, eigentlich fast alles, als Tauschmittel zu verwenden”?
Und dann weiterhin warten?”
(Bernard Lietaer in “Das Gel der Zukunft”, S. 258)

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Macht alles Sinn?

So kann man ja den Schicksalsbegriff verstehen. Das alles, was geschieht, nicht ohne Grund geschieht und mir irgendetwas sagen will. Also gibt es keine „falschen“ Entscheidungen!? Scheitern ist nichts Negatives, weil es mir etwas sagen will, weil ich daran aufwachen, mich dadurch entwickeln kann.
Irgendwie fehlt mir dann die Ernsthaftigkeit. Ist es egal, was passiert, weil alles Sinn hat? Schon lange beschäftigt mich das, weil ich das Gefühl habe, das ist irgendwie zu einfach.

Für mich war immer wesentlich, dass es einen bestimmten Grund gibt, warum ich auf der Welt bin. Schiller z.B. sagt es so: „Jeder individuelle Mensch, kann man sagen, trägt, der Anlage und Bestimmung nach, einen reinen idealischen Menschen in sich, mit dessen unveränderlicher Einheit in allen seinen Abwechslungen übereinzustimmen, die große Aufgabe seines Daseins ist“.

Wie auch immer man es formulieren will, für mich ist es existenziell, dass mit mir als individueller Person auch (neben anderem) eine individuelle Aufgabe/Herausforderung verbunden ist.

Dabei verstehe ich das Leben als ein ewiges Ringen, als die Chance eine Annäherung. Ob bewusst oder unbewusst, einen Großteil des Lebens, leben wir an den Aufgaben vorbei. Um es noch mal mit anderen Worten auszudrücken: „Man kann alles lernen, was einen gegenwärtig befähigt, verhältnismäßig leitende Stellen einzunehmen: und man kann dabei dem Leben, auf das man wirken soll, ganz ferne stehen.“ Rudolf Steiner, Geisteswissenschaft und soziale Frage (1905/1906)
So entstehen die Umwege – die im Menschen selbst veranlagt sind. Die Freiheit und Entwicklung ermöglichen. Und die ja trotzdem wiederum zu der Aufgabe führen können. Aber die eben erst mal dazu führen, dass man nicht seiner eigentlichen Aufgabe folgt.

Und für mich war immer so ein Bild: wenn ich alt bin und auf dem Sterbebett liegt, wie schaue ich dann auf mein Leben zurück? Meine ich dann, dass das schon alles so gut war, wie ich mein Leben gelebt habe? Oder komme ich da hin zu sagen: an dem Punkt habe ich die „falsche“ Entscheidung getroffen? Die keinen Sinn machen?

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Geld und Projekte

Gerade versuchen wir mit allen Mitteln die weitere Finanzierung des “HandlungsSpielRaums” sicher zu stellen. Nach unserem ersten Pilotjahr, welches wir über die EU finanzieren konnten hatten wir die Hoffnung für eine Weiterführung über Stiftungen Unterstützung zu bekommen was jedoch sehr mangelhaft war. So ist aktuell unser Versuch, durch (private) Patenschaften die langfristige Fortsetzung zu ermöglichen. Denn zum 31.5. müssen wir kündigen, damit sich unser Mietvertrag nicht um ein weiteres Jahr verlängert. Immerhin 60% der Kosten können wir jeden Monat decken.
Mehr dazu hier: http://www.handlungsspielraum-berlin.de/unterstuetzen

Parallel stecke ich nun bis über beide Ohren in der Vorbereitung für den Kurzfilm von Caroline Schwarz mit drin. Ein bis zwei Tage gehen da die Woche für all die Planung drauf. Jedesmal wieder eine neue Erfahrung wie viel Planungsarbeit (Spiel-)Filme bedeuten 🙂
Ein paar Infos zu dem Film gibt es auf unserer gerade neu fertiggestellten Website zu “Fuffi Fylms”: http://www.fuffi-fylms.de/eigene-arbeiten/doors-of-perception/

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Finanzierbarkeit sinnvoller Arbeit

“Sozialunternehmerinnen und -unternehmer, die wirklich systemverändernd wirken wollen, brauchen viel Fantasie und Durchhaltevermögen. Das Problem ungenügender Finanzierbarkeit sinnvoller Arbeit ist und bleibt im kapitalistischen System immanent unlösbar.”

Johannes Heimrath (in einem Artikel in Oya 3)

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Neue Initiativen

Viel Neues entsteht die ganze Zeit. Unter anderem zwei Initiativen, an denen ich schon seit einiger Zeit dran bin, die nun konkreter geworden sind.

Langfilm “frei sich bilden” (Arbeitstitel)
Zum einen wird nun die Arbeit an einem Film zum Thema “Bildung” richtig konkret. Vor einem Jahr bereits sprach mich Bertrand Stern an, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm einen Film zu realisieren. Der Fokus ist dabei seit Anfang an, wie eine Gesellschaft aussieht, in der das “frei sich bilden” im Vordergrund steht und es keine Institution Schule gibt.
Nun konnten wir Andreas Laudert dazu gewinnen, der sich der Umsetzung des Drehbuchs annimmt.

Tagung “Geld ist Ausdruck von Beziehung”
Und vor ein paar Monaten haben wir nun die Weiterführung der Tagung von letztem Oktober “Über Geld spricht man nicht” beschlossen. Wieder im Oktober werden wir uns weiter mit der Frage nach dem Geld, und dem Zusammenhang von diesem mit den eigenen Lebensimpulsen sowie den anderen Menschen, auseinandersetzen.

Einkommen aus der Wirtschaft
Nach wie vor kann ich nur zu einem geringen Teil von meinen vielen Projekten leben. Ich wehre mich allerdings noch etwas gegen das gängige Model, meine sogenannte gemeinnützige Arbeit durch klassische, wirtschaftliche Erträge quer zu finanzieren. Ich sehe meine Aufgabe gerade darin, die Formen, Angebote, Möglichkeiten zu schaffen, die nicht an finanzielle Ressourcen gebunden sind. Diese Bereiche werden schließlich genau deshalb heute immer wieder vernachlässigt, dass sich kein Geld damit verdienen lässt. Nur durch Schenkgeld lassen sich die meisten, der in meinen Augen existenziellen und zukunftsfähigen Aufgaben, heute angehen.
Wer diese, meine Arbeit mit ermöglichen will ist herzlich dazu eingeladen.

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Vermögensverteilung

Schon seit einiger Zeit bewege ich die Idee, wie eine Crowdfunding Plattform explizit für die Unterstützung einzelner Menschen aussehen und umgesetzt werden kann. Für Projekte gibt es ja schon etliche Möglichkeiten. Aber für einzelne Menschen ist mir nichts bekannt (da hängt auch mit dran, dass mir z.B. bisher keine technische Möglichkeit bekannt ist, regelmäßig Kleinbeträge zu spenden/schenken). Aber dies taucht als Thema immer mehr auf – so scheint es mir. So gibt es bereits bekannte Projekt dazu, wie z.B.  “Mein Grundeinkommen”, wo schon einige Grundeinkommen für jeweils ein Jahr per Crowdfunding finanziert wurden: www.mein-grundeinkommen.de
Oder auch das Projekt “dScholarship” von Van Bo Le-Mentzel, der sich selbst ein Grundeinkommen für ein Jahr per Crowdfunding realisiert hat:
www.startnext.com/dscholarship.
Daher denke ich, wenn man mit einem “großen” Partner, wie z.B. Startnext, eine solche Plattform oder eine Rubrik in einer bestehenden Plattform realisieren könnte, stößt das auf Resonanz. Mal sehen, wann ich die Zeit finde, dem weiter nach zu gehen 🙂 Wäre ein super Projekt der “Zukunftsstiftung Soziales Leben”.

Für mich hängt da auf jeden Fall auch immer sofort die Idee der GLS Treuhand mit dran: Menschen die Geld haben und diejenigen, die welches brauchen, zusammen zu bringen.
Vor allem, nach dem ich gelesen habe, dass “bereits im Jahr 2016 nur 1 Prozent der Bevölkerung mehr Vermögen besitzen wird, als der Rest der Welt zusammengenommen”! Und: “Die 80 reichsten Menschen besitzen genauso viel, wie die ärmeren 50 Prozent der Weltbevölkerung zusammen”! (Quelle: www.oxfam.de (weiter runter scrollen)).
Hinzu kommt die Situation, auf die mich ein Freund vor einigen Tagen hinwies, dass das Vermögen, welches vererbt wird drastisch steigt: “in den kommenden zehn Jahren wird ein Vermögen von 1,7 Billionen Euro generationenübergreifend vermachen” (Quelle: www.wirtschaftsdienst.eu/archiv/jahr/2011/10/erben-in-deutschland/).
Das will mir was sagen.
Wie Möglichkeiten geschaffen werden können, wenigstens im Kleinen, Brücken über diesen Graben zu bauen, ist eine Frage die mich wahrscheinlich noch lange beschäftigen wird.

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Berufswege Portraits

Mit allen verfügbaren Kräften habe ich in den letzten Tagen und Wochen mit meinem Kompagnon Dominik zusammen im Endspurt das Projekt “Berufswege Portraits” zu seinem vorläufigen Höhepunkt gebracht:
am Sonntag sind wir mit unserer komplett neuen Website online gegangen. Hier ist nun eine Plattform integriert auf der wir von nun an in regelmäßigen Abständen Filmportraits von inspirierenden Menschen mit ungewöhnlichen Berufen bzw. Berufswegen veröffentlichen werden.
Die vier ersten sind bereits online und können dort direkt gesehen werden: www.berufswege.com/portraits

Und heute war nun auch noch der erste Termin einer regelmäßigen, offenen Gesprächsrunde, die ich initiiert habe. Mit der Überschrift “Wie finde ich meine Bestimmung in der Welt? Und wie lebe ich sie?” lade ich alle drei Wochen am Dienstagabend in den HandlungsSpielRaum in Berlin ein für einen persönlichen Austausch.
Mehr dazu und alle Termine sind hier zu finden: www.handlungsspielraum-berlin.de/post/105436772796/neue-veranstaltung-wie-finde-ich-meine-aufgabe-in

Bald auch wieder inhaltlich mehr!

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Aus eigener Kraft

Joseph Beuys:
“Es kann nicht mehr Aufgabe einer religio sein, dass für den Menschen alles bereits getan wird. Investiert ist durch göttliche Instanzen schon genug im Menschen. Nun muss er zurückzahlen; und zwar muss er das aus eigenen Kräften tun. Er muss etwas probieren, etwas wagen…”

Ist das der Sinn Ihrer Aktionen?

Joseph Beuys:
“Diese ganzen Aktionen sind nichts weiter als ein Probieren aus eigener Kraft.”

(aus Horst Schwebel, “Glaubwürdigkeit – Fünf Gespräche über heutige Kunst und Religion”, Münschen 1979)

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Wie finde ich meine Aufgabe in der Welt? Und wie lebe ich sie?

Ab Januar starte ich ein offenes, regelmäßiges Gespräch im HandlungsSpielRaum.
Ich will einen Gesprächsraum schaffen, in dem durch den kontinuierlichen Austausch eine gemeinsame Begleitung auf dem Weg in die Welt und zu sich selbst möglich wird. Welches ist der größte Schmerz, die größte Not, die ich erlebe in der Welt? Und gleichzeitig: Was erahne ich als meine eigentliche Aufgabe, wo entsteht ein „berührt-sein“?
Gemeinsam Ansatzpunkte und Möglichkeiten zu entwickeln, wie die eigene Bestimmung nachhaltig lebbar werden kann und konkrete Wege zu (er)finden ist der Versuch.

Dienstags von 18 bis 21 Uhr lade ich alle drei Wochen zu einem Austausch in den “HandlungsSpielRaum” ein. Erster Termin ist der 20.01.2015. Für den Beginn soll es jeweils einen kleinen inhaltlichen Einstieg geben (Texte, Videos, persönliche Erlebnisse).

Eine detaillierte Einladung als pdf: Wie lebe ich meine Aufgabe in der Welt

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